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2014-07-07 12:27

COMPOSITE conference "Good Leaderships in Times of Change – Empirical Findings and Suggestions for Police Leaders" by Kate Horton

COMPOSITE's final conference on "Good Leaderships in Times of Change – Empirical Findings and Suggestions for Police Leaders" on 12 and 13 June 2014 in Rotterdam (the Netherlands)

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2014-07-03 13:45

"Police is regain control by using twitter and Co."

COMPOSITE researcher were interviewed about their research on "police & social media".

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Das Forschungsprojekt COMPOSITE

„Nichts ist so beständig wie der Wandel“ heißt ein geflügeltes Wort, das in kaum einer Diskussion über Veränderungen in öffentlichen und privaten Organisationen und dessen Management fehlt. Die deutschen Polizeien können davon ein Lied singen. Wer die vergangenen zwei Jahrzehnte Revue passieren lässt, kommt auf eine beeindruckende Zahl von Projekten, durch welche die Art und Weise, wie die Polizei arbeitet, mehr oder weniger stark verändert wurde. Dabei wurde kaum ein Bereich ausgelassen: die Allgemeine Aufbauorganisation, Standorte, Kommunikationswege, Zuständigkeiten, Verfahrensabläufe, die Aus- und Fortbildung, die IT-Ausstattung, polizeiliche Dienstvorschriften, Beurteilungsverfahren, die Farbe der Uniformen und vieles mehr. Das meiste davon funktioniert recht gut, an vieles hat man sich gewöhnt, doch einiges stößt auf Widerstand, und über manche Veränderung spricht man auch noch Jahre später mit Frustration, Verbitterung und Unverständnis.

 
Doch woran genau liegt es, dass manche Veränderungsprozesse recht schnell akzeptiert werden und manche nicht? Gibt es Faktoren, an denen man diejenigen Vorhaben, die angenommen werden bereits im Voraus von denen, die auf Widerstand stoßen unterscheiden kann? Wie kann man Widerstände im „Veränderungsmanagement“ berücksichtigen und damit verringern? Sind die Faktoren, die zu Ablehnung führen, überall die gleichen oder unterscheiden sie sich je nach Organisation, Region, Zielgruppe oder kulturellem Hintergrund? Gehen bestimmte Dinge in der Großstadt leichter als in einem Flächenland? In Bayern leichter als in Mecklenburg-Vorpommern? In Frankreich leichter als in Deutschland? Wenn ja, warum ist das so? Und kann man das beeinflussen?


Zur Beantwortung dieser Fragen soll COMPOSITE beitragen.


Ziel von COMPOSITE ist es im Einzelnen zu erkunden, welche gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen, rechtlichen und technologischen Veränderungsprozesse auf Polizeien in zehn europäischen Länder einwirken, wie die Polizei-Organisationen auf diese Herausforderungen reagieren und welche Auswirkungen die dadurch ausgelösten Veränderungsprozesse auf die Organisationsmitglieder haben. Dem liegt die Beobachtung zugrunde, dass Veränderungsprozesse in großen Organisationen in der Regel außerordentlich komplex sind und die damit verbundenen Projekte oft nicht so verlaufen, wie sich das ihre Initiatoren gewünscht haben.


COMPOSITE will die Ursachen für diese Schwierigkeiten erkunden, die Ergebnisse dieser Untersuchung aber nicht nur in wissenschaftlichen Büchern und Zeitschriften veröffentlichen, sondern auch dazu beitragen, dass solche oftmals sehr aufwändigen und langwierigen Veränderungsprozesse in Zukunft erfolgreicher geplant, organisiert und umgesetzt werden können als bisher. Daher ist ein sehr wichtiger Teil der Forschungsstrategie die Einrichtung des End User Boards, das sich aus leitenden Polizeibeamten und Polizeibeamtinnen aller beteiligten Staaten zusammensetzt. Dieses Gremium soll das Projekt zum einen aus fachlicher Sicht begleiten und beraten, zum anderen aber auch mit dazu beitragen, dass die Forschungsergebnisse praxistauglich sind und in geeigneter Form an die Entscheidungsträger in Politik und Polizei gelangen. Die Vermittlung der Forschungsergebnisse in die polizeiliche Fachwelt hinein ist ein wesentliches Ziel von COMPOSITE, dem auch von der Europäischen Kommission eine große Bedeutung beigemessen wird.


Das Forschungsprojekt geht aus einer inzwischen fast zehn Jahre währenden Forschungszusammenarbeit zwischen der an der Erasmus Universität Rotterdam lehrenden Organisationspsychologin Gabriele Jacobs und dem Vizepräsidenten der Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg Jochen Christe-Zeyse hervor. Beide beschäftigen sich seit 2001 mit der Frage, welche Faktoren zu Erfolg oder gegebenenfalls auch Misserfolg von Veränderungsprozessen in der Polizei beitragen. Zusammen mit dem an der Universität Durham (Großbritannien) lehrenden Organisationswissenschaftler und Mathematiker László Pólos waren sie für den erfolgreichen Forschungsantrages an die EU verantwortlich. Zu dem aus diesen drei Forschern bestehenden Kernteam stießen in den nächsten drei Jahren mehrere renommierte Organisationswissenschaftler sowie Einrichtungen aus der Wissenschaft, der Beratungsbranche und der Polizei hinzu. Hieraus bildete sich schließlich das Forschungs-Konsortium des Projektes COMPOSITE.

Das Projekt ist auf vier Jahre angelegt und wird von der EU-Kommission im Rahmen des FP7-Forschungsprogramms seit August 2010 mit knapp 7 Millionen Euro gefördert. Außer zweier wissenschaftlicher Institutionen und mehrerer Polizeien aus der Bundesrepublik beteiligen sich Forschungsorganisationen und Polizeien aus Frankreich, Großbritannien, in den Niederlanden, in Belgien, Spanien, Italien, in der Tschechischen Republik, in Rumänien und Makedonien. Projektkoordinatorin ist Frau Dr. Gabriele Jacobs, außerordentliche Professorin am Department für Organisations- und Personalmanagement der Erasmus-Universität Rotterdam. Dr. Jochen Christe-Zeyse, Vizepräsident der Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg, ist als Dissemination-Koordinator für die Verbreitung der Forschungsergebnisse zuständig. Weitere Partner im Konsortium sind die Universitäten Antwerpen (Belgien), Sheffield (Großbritannien), Utrecht (Niederlande), Durham (Großbritannien), Babes-Bolyai (Rumänien), St. Kliment Ohridski (Makedonien) und Brno (Tschechische Republik), das Fraunhofer Institut für Angewandte Informationstechnik, die Managementschule ESADE (Spanien), die Unternehmensberatungsfirma Capgemini (Frankreich), das italienische Forschungsinstitut FORMIT und das französische Forschungsinstitut CNRS